Sunsets

Alejandro Salas
28. August 2008 • Kommentare: 3

Endlich wieder Zuhause. Und schon brauche ich Urlaub. Netter Ansatz, in der Theorie. Leider völlig unpraktikabel. Aber ich überhole mich schon wieder selbst. Also nun von vorne.

Die Klingen haben den Auftrag des Hauptmannes eine Übung für das Haus anzusetzen erwartet hervorragend ausgeführt. Man hat mich professionell und unerkannt aus der Siedlung gebracht, an den Zielort geleitet und mich von da an nicht mehr aus den Augen gelassen. Daraus zu lernen war vor allem: Ich bin ein miserabler Würfelspieler. Damares wird von dem Verhalten ihrer Leute erfahren. Was immer sie gedacht haben, wenigstens haben sie es sich diesmal nicht anmerken lassen. Das ist Fortschritt, nehme ich an. Ich bin mir sogar nichteinmal sicher, ob wirklich bei allen Verachtung zu Grunde liegt. Es tat auch gut Vayonar und Drakon wiederzusehen. Eine seltsame Art Urlaub. Fehlte eigentlich nur noch Lynne.

Natürlich ist die Arbeit, wenn man dann wieder zurückkehrt, um so härter. Ich bin immernoch dabei die Berichte der einzelnen Abteilungen und Personen einzusammeln. Zwar hat man mich am Ende gefunden, jedoch lag das keineswegs an der Funktionalität der Kavallerie. Den Männern selbst kann und will ich keinen Vorwurf machen. Aber Lluvia scheint noch nicht verstanden zu haben, daß es in diesem Haushalt durchaus um das Miteinander geht, wenn es ein Problem zu lösen gilt. Er wird nochmals geprüft werden. Ich hoffe, daß er bis dahin lernt.

Die Nachwirkungen sind immernoch zu spüren. Besonders der Ungehorsam Einzelner macht dem Haus zu schaffen. Ellena reichte gestern Abend ihren Rücktritt ein. Zwar fällt es mir schwer auch nur ihr Schreiben zu lesen, jedoch kann ich verstehen, wie es dazu kommt. Die Valar wissen, manchmal kann man verzweifeln. Meine Worte alleine können sie nicht halten. Und selbst wenn sie könnten, sie sollten nicht. Es braucht mehr als den Fürsten um einen Seneshall im Amt zu halten.

Darüber hinaus bat Constancia von ihren Pflichten befreit zu werden. Langsam überrascht mich nichts mehr. Welche Pflichten? Sie hat keinen konkreten Auftrag durch meine Person erhalten. Ich frage also welche Erleichterung erhofft sie sich durch diese Bitte. Aber andere Sorgen wiegen zur Zeit schwerer. Constancia kann und muß warten.

Ich muß dringen zu meinem Bruder. Am Besten bringe ich das hinter mich, sobald ich diese Feder weggelegt habe.

Aus den Diensten ganz und gar entlassen wurde Antain. Sie ist nunmehr nur noch Gast des Hauses. Ich hätte meine Zweifel schon äußern müssen, als sie neulich mit Hoital vor mich trat. Ich hätte seinen Kopf fordern müssen. Aber es dauerte zu lange, bis ich begriff, was wirklich vor sich ging. Für die Ehe mit Cardaan haben er und sie mein Vertrauen in sie beide deutlich erschüttert. Ich war also der Meinung diese Ehe müsse sehr schwer für sie wiegen. Aber, wenn sie mit einem anderen Mann vor mich tritt und um dessen Leben bittet, ihr Mann selbst jedoch sie lange nicht gesehen hat, dann, denke ich, spricht es viel über die Gewichtung ihrer Zuneigung – oder den Stellenwert ihrer Ehe. Und wie leicht ist dann mein Vertrauen zu vernachlässigen, zu vergessen. Seinerzeit wollte sie die Schuld auf sich nehmen. Sie trägt sie nun.

Zu meinem Bedauern einerseits, meiner Freude andererseits mußte Rodgar an etwas erinnert werden. Das Gewicht dieser Erinnerung wurde durch das Blut Adelantes bestärkt. Ich hoffe, Alrich erfährt nicht davon. Aber damit geht nun endlich der letzte greifbare Verbindungsfaden an eine Zeit, die längst nicht mehr ist. Und wichtiger, an eine Frau, welche längst verbannt und vergessen.

Mein Wind bleibt mein Lichtblick, auch wenn Ellenas Worte sie ebenfalls schwer trafen. Für sie darf ich jetzt nicht die Augen verschließen. Für sie will und muß ich Wege finden. Es gilt ihr die Angst vor der Zukunft zu nehmen. Ihr eine Zukunft zu geben.

Und es gilt Nebel und Sonnenaufgang das Schweben zu lehren.

  1. Lynne sagt:

    ooc: *ist immer noch zur Gänze entzückt über das Bild vom Nebel und Sonnenaufgang, dann still halt und schließlich murmel* Oh nein, Fürst und Baroness haben es mit dem Haushalt wirklich nicht leicht…

  2. Elmion sagt:

    man ersetze Haushalt durch Kindergarten *g*

    der arme Fürst…. und die noch viel ärmere Baroness……… der Hauptmann kann die beiden wirklich nur zu gut verstehen >.<

  3. Alrich sagt:

    Tanzunterricht! da war was.. 😀

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