Schritt in die Ungewissheit III

Brelan Arandur
19. November 2008 • Kommentare: 1

Da war er also. Einen halben Tag nach der knappen Unterredung  mit der Blauen Dame stand Brelan also an der Grenze zu Forochel. Einige Stunden vorher ließ er sich von dem Gauradan, Torurgh, derjenige, der ihm das Bannmal auf den Rücken brannte, sagen wohin er müsse. Sein Weg führte an das Westufer von Forochel, nördlich einer alten Zwergenfeste namens Zigilgund, so sagte er. Irgendwie schien jeder zu wissen, wohin er muss… ausser er selbst. Es kam Brelan irgendwie unheimlich vor, aber es war ihm recht. Hilfe ist Hilfe und diese nahm er gern an.

Nachdem er dann zu den Mittagsstunden des vierten Tages seiner Reise an Kauppa-kotha, einem kleinen Lossoth-Dorf, vorbeikam, lies er sich dicke Felle, Proviant und eine Wegbeschreibung geben. Rasten tat er nicht lang. Schon nach wenigen Stunden verließ er den Ort Richtung Norden, zu einer Schlucht zu gelangen, von der ihm erzählt wurde. Im vollen Galopp breschte die Stute mit Brelan auf dem Rücken über die gefrorene Erde. Es dauerte nicht lang und das weite Eisfeld war zu sehen. Eine Hand vor den Augen, schaute Brelan zwischen den Fingern hindurch. Es war so grell. Der Schnee reflektierte die Sonne und machte es kaum möglich etwas zu sehen.

Unerschrocken stieg er in die Schlucht, um sie zu durchqueren. Schon nach kurzer Zeit kam er in einer Höhle an. Brelan zögerte. War er hier richtig oder hatte er sich in dem Labyrinth aus Eis und Fels verirrt? ER stieg aus dem Sattel und ging hinein, eine Hand am Schwertgriff. Nach unzähligen Biegungen kamen sie in eine größere, natürliche Halle. Die Stute wiehrte wie von Sinnen und versuchte sich aufzubäumen, doch Brelans Griff um die Zügel hielt es an seiner Seite. Die Unruhe des Pferdes griff langsam auf Brelan über. Er ging, sich um sich selbst drehend, weiter. Mit dieser Methode hatte er alles im Blick und es gab weniger Chancen für einen Hinterhalt. Die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Alles sah so gleich aus. Dann auf einmal brannmte das Reittier durch, Brelan die Zügel aus den Händen reißend. Das angefrorene Leder schnitt sich in seine Handflächen, doch er verzog keine Mine. Langsam drehte er sich in die Richtung, aus der er kam und da stand der Grund für das Bocken des Pferdes. Eine Raubkatze die locker die halbe Größe eines Pferdes maß, mit Eckzähnen von einer Elle. Lange Zeit starrten sich das Tier und Brelan an, dann machte es einen Satz auf ihn zu. Brelan zog daraufhin seine Klinge… oder versuchte es. Festgefroren? Noch im letzten Moment warf er sich nach links und der entkam so den Klauen der Bestie. Brelan versuchte noch einige wenige Augenblicke das Schwert zu ziehen gab es dann jedoch auf. Seine Hand fuhr daher zum Langdolch. Dieser war zu seiner Erleichterung voll funktionstüchtig. Die Waffe hinter dem rechten Oberschenkel bergend, ging er locker in die Knie, bereit für einen weiteren Angriff, welcher auch nicht auf sich warten ließ. Wieder machte die Katze einen Satz auf ihn zu, doch diesmal rollte sich Brelan auf sie zu. Als er direkt unter ihr war ließ er die Klinge vorschnellen. Sie traf ihr Ziel und hinterließ eine rote Linie im sonst weißen Fell. Dann sprang er wieder auf die Beine. Die Großkatze fauchte vor Wut und Schmerz, was noch zwei weitere Exemplare anlockte. Brelan jedoch blieb ruhig und schloss die Augen. Das kleine Rudel schlich um ihn herum und zog die Schlinge von Mal zu Mal enger. Rot liefen Brelan die Tränen die Wange hinunter und er öffnete die Augen. Blutrot waren sie und alles durchdringend blickten sie das Alphatier an. Dieses schlug die Ohren zurück und spurtete aus der Höhle, die anderen beiden hinterher. Geräuschvoll atmete Brelan aus, hörbar erleichtert, dann rannte auch er.

Immer der Stute hinterher lief er ohne Pause in Richtung Norden. Der nächste Ort: Pynti-Peldot…

  1. Mewen sagt:

    Spannend geschrieben 🙂

Du musst eingeloggt sein, um zu kommentieren.