Beeilt euch! Die letzten Säcke müssen auch noch gelagert werden!“ rief Nisa gegen den pfeifenden Wind.“Aber Nisa… Der Sturm wird immer stärker. Wir werden es nicht rechtzeitig schaffen… Wir werden erfrieren.“ schrie ein Mann dagegen.
„Wir brauchen die Vorräte. Ohne sind wir ve…“ Eine Gestalt wurde in wenigen Schritt Entfernung im Sturm sichtbar. Immerwieder wurde diese vom Wind umgeweht. Nisa griff zum Speer und ging langsam auf die Entdeckung zu. „Macht ihr weiter! Ich seh mir das mal an.“
Wieder wurde die Gestalt umgeweht, ein Mann, was Nisa an der Gestalt erkennen konnte, doch diesmal blieb er liegen. Sie erhöhte das Schritttempo. Sie musste sich beeilen. Der Sturm hatte den Körper des Unglücklichen schon halb mit Schnee bedeckt. Als sie dann endlich ankam, erkannte sie nurnoch ein angefrorenes Fell, welches sein Gesicht bedeckte. Die blickte über die Schulter. Die Arbeiter waren bereits hinter der Wand aus Schnee verschwunden und sie kämpfte mehr und mehr gegen den Wind, um nicht auch zu Boden gerissen zu werden. Schließlich lies sie den Speer fallen, griff den Körper unter den Armen und zog ihn in die Richtung aus der sie kam.
„Wir müssen ihn wegbringen! Raus aus dem Sturm!“ rief sie den Männern entgegen noch bevor sie diese sah. Erst als sie sich dem Lagerhaus auf fünf Schritt genähert hatte, tauchte es auf. Die Männer hatten den Schrei als Geflüster im Wind wahrgenommen und einen Schlitten bereitgemacht.
Nisa fackelte nicht lange und legte den Mann unter die Decken auf den Schlitten. „Wir hauen ab!“ rief sie und machte sich dann mit dem halb erfrorenen Mann auf in den Sturm…
*
„Nisa, wie geht es ihm?“ Ein älterer Mann, dessen Haar bereits ergraute, kam in das Haus. Sein Blick fiehl sofort zum Feuer, auf den Mann, der unter duzenden Lagen Fellen begraben schien und der jungen Frau. Sie war wohl nicht älter als 19 Lenzen. Sie blickte über die Schulter und lächelte andeutungsweise. „Besser als ich gedacht hätte. Er hätte tot sein sollen.“ Sie hielt eine Hand vor seine Nase und seinen Mund, um die Atmung zu überprüfen und nickte kurz. „Er schafft es.“ Der Mann verließ mit erleichtertem Seufzen das Haus.
Nisa betrachtete den Mann lange. Sie strich sich eine ihrer blonden Strähnen hinter ein Ohr und wanderte dann mit den Fingern über die zwei Narben in seinem Gesicht, auf der Wange und über dem rechten Auge, dann streichelte sie behutsam seine Wange.
Es vergingen mehrere Tage, ohne das der Mann seine Augen öffnete und doch war Nisa jeden Tag für mehrere Stunden bei ihm. Der ältere Mann, der sich immermal nach dessen Gesundheit erkundigte, merkte schnell in was sich der von vor ein paar Tagen noch besorgte Blick Nisas änderte.
Nach dem dritten Tag unter Pflege öffnete der Mann endlich die Augen. Das erste was er sah war Nisa. Sie nahm schnell die Hand von seiner Wange, als er sie ansah. „Wer.. Wer bist du?“ fragte er leise. Sie strahlte ihn an. „Nisa. Ich hab dich im Schnee gefunden und dich hergebracht.“ Sie sah das erste Mal seine grünen Augen und war sofort gebannt. „Wo bin ich?“ brach er dann das längere Schweigen. „Pynti-Peldot.“ Sagte sie und lächelte ihn immernoch an. Ihr Blick war ein ganz besonderer und das fiel auch dem Mann nach kurzem auf. Er sah sich noch etwas um, schloss dann die Augen. „Wie heißt du?“ Fragte sie mit jugendlicher Neugier. Wieder dauerte es lange, bis der Mann eine Antwort gab. Das Sprechen schien ihm immernoch schwer zu fallen. „Brelan.“
Sie unterhielten sich noch lange, bis der ergraute Mann wieder auftauchte und Nisa aus dem Haus bat. Sie ging der Bitte nach, doch blickte sie enttäuscht über die Schulter. Sie wäre lieber geblieben.
„Ich bin Jolf. Nisa ist meine Nichte. Was führt Euch in den Norden?“ Er öffnete Brelans Augen und begutachtete sie, tastete dann seinen Körper ab.
„Eine Zwergenfeste… Zigilgund.“ Antwortete Brelan knapp.
„Ich meine es nicht unhöflich, doch wünsche ich, dass Ihr so früh wie möglich abreiste. Ich will nicht, dass Nisa in Schwärmereien für Euch gerät. Wir werden Euch einen Schlitten geben. Damit kommt ihr schnell vorwärts.“
Brelan nickte. Er verstand den Mann sehr gut, was die Gefühle seiner Nichte betraf. Er würde nicht ewig hier bleiben, was ihr junges Herz brechen könnte. Er wollte nicht warten, bis sie sich ihrer Gefühle klar wurde und noch am selben Abend verliess er den Ort. Nisa sah ihm noch lange nach von ihrem erhöhten Posten aus. Es war schon zuspät, um ihr Herz vor Verletzungen zu bewahren…
OOC: IC is Brelan schon wieder von der Reise zurück also nicht wundern.
*Augenbraue heb* Nisa ? Soso, du Herzensbrecher.. Na warte … Aber wirklich toll geschrieben 🙂
Mir gefällt die Geschichte auch sehr. Ob Nisa ihm folgt? *gespannt is* 😀