Es ist viel passiert in letzter Zeit.
Nungut, eigentlich sind drei besondere, mit einander verwobene Ereignisse geschehen.
Äußerst besondere Ereignisse. Wieso habe ich mich bis jetzt nie dazu durchringen können, das Ganze zu verarbeiten?
Aus Angst?
Ich weiß nicht… es wäre möglich. Doch wovor?
Vor ihm.
Angst…
Angst, vor dem, was er sagen könnte, wenn… was er sagen können würde.
Ich kannte ihn dafür zu schlecht.
So schlecht, dass du nicht einmal um seinen Tod trauerst? Wo ist sie, deine ach so heilige Nächstenliebe?
Nein! Das ist es nicht!
Was dann?
Ich denke… ich kannte ihn nicht genug, um ihn entsprechend zu würdigen. Deswegen hielt ich es für besser, gar nichts zu tun.
Und doch tust du es nun. Wieso? Wegen ihm?
Er hat es verdient…
Wieso?
Ich liebe ihn…
Wieso?
Ich muss ihn heilen…
Wieso?
Weil er es wert ist… weil er es verdient hat!
Wieso?
Ich weiß es doch auch nicht! Ich weiß nicht, wie ich mich so zu ihm hingezogen fühlen kann! Aber dennoch ist es da, dieses Gefühl. Seit ich ihn sah, am Boden zerstört. Seine externe Hülle in Splittern, den armen, verdorrten Kern offenbarend.
Mitleid.
Das ist menschlich.
Ist das gut?
Ja. Aber es ist nicht nur das… ich kann es nicht beschreiben.
Und doch hast du Angst. Vor ihm. Du hast Angst vor einem Toten.
Ich weiß nicht, was er sagen würde… wenn er mich sehen könnte… und ihn.
Vielleicht wäre er eifersüchtig. Vielleicht würde er glücklich sein, dass du nun die Lücke zu stopfen versuchst, die er –
– Nein! Das ist es ja gerade! Ich will ihn nicht ersetzen! Es kommt mir gar so vor, als würde ich ihn verdrängen! Aber das ist das letzte, was ich will!
Was willst du dann?
Dass es ihm gut geht.
Um deinetwillen?
Um unser beider Willen.
Du hast Angst, nicht das zu sein, was du gerne sein würdest.
Zweifel.
Und doch bist du hier.
Darf ich denn hier sein?
Wofür bist du da?
Ich strebe nicht danach, mich gut zu fühlen. Ich will gut sein.
Wortklauberei.
Ich will nicht helfen, um mich zu erhöhen. Ich erhöhe mich, indem ich helfen. Und selbst danach strebe ich nicht. Ich will gut sein.
Du lügst. Tief in deinem Inneren weißt du es. Du tust nichts aus reiner Nächstenliebe. Niemand macht so etwas.
Verschone mich mit deinen düsteren Gedanken.
Ich bin nicht mehr, als du es mir gestattest.
Ich will ihn nicht ersetzen. Ich will das nicht.
Du strebst danach. Du willst, dass er niemand anderen mehr sieht, als dich. Du willst, dass für ihn niemand anderes mehr existiert. Du willst ihn für dich.
Nein! Ich will, dass er glücklich wird! Notfalls auch ohne mich! Mich für immer von ihm fernhalten würde ich, ihn lehren mich zu hassen würde ich – wäre dies auch schlimmer, als der Tod!
Ich liebe ihn!
Das tust du?
Ich liebe ihn!
Das tust du.
… was… was ändert das?
Alles.
… ich will ihn nicht ersetzen…
Dann tu‘ es nicht.
Ich weiß nicht, ob ich das schaffe.
Das gehört zum Leben. Nicht zum Tod.
Lass die Toten ruh’n.

Mit der Welt ist alles in Ordnung.

  1. Cinlir Winthallan sagt:

    Uh… Schön wirr. Ich frage mich, ob ich verstanden habe.

  2. Bregon Strago sagt:

    Ich wollte einfach mal ausprobieren, diesen Stil von Gedankengängen, die ich manchmal habe (ich hoffe, damit stehe ich nicht alleine da, sonst komme ich mir so krank vor…), als Stilmittel zu verwenden.

    Auf jeden Fall ist es schön, dass es schon mal „wirr“ wirkt. Das soll es nämlich durchaus sein. *grins*

  3. Giselher Aldorn sagt:

    Bestes Beispiel für einen Inneren Monolog, hier sogar Dialog 🙂

  4. Sethur sagt:

    Das hat auf jeden Fall etwas – und liest sich genial. 🙂

  5. Iyrawen sagt:

    Ja, sehr schick verfasst, das Gedankenwirrwarr des von und zu Flaré! 🙂

  6. Sethur sagt:

    …auch wenn ich mich mit „verdorrt“ nicht anfreunden kann! 😛

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