Es wird schwerer.
Schwerer, die richtige Anrede zu finden. Herzog zu Ost Agar. Euer Gnaden also. Fürst zu Minas Faer. Euer Durchlaucht dann. Stadtrat von Bree. Ratsherr demnach. Wer hätte das gedacht. Und schwer zu verstehen ist es noch dazu.
Ich sprach den Hauptmann der Stadtwache, Samerion Dornster. Zwar nicht mehr der Jüngste, aber wohl immernoch gut genug die Wache zu führen. Es läßt mich glauben, wir hätten einander verstanden. Also versprach ich zumindest für angemessene Besoldung für ihn und seine Männer zu sorgen, wenn ich auch nicht mehr bewirken kann. Vielleicht spreche ich mit Ciro. Waffentraining durch die Hand eines echten Waffenmeisters könnte der Stadtwache gut tun. Nicht könnte. Würde. Aber einem Fremdländer könnte man es verübeln sich zu sehr aufzudrängen. Und so könnte man es wohl sehen.
Immernoch empfängt das Breeland freundlicher als erwartet. Der Totengräber von neulich macht bereitwillig Platz für jemanden, dessen Titel hier nur ein leerer Name ist. Der Hauptmann erwies allen Respekt. Und eine Fremde scheint irgendetwas in meinen Augen zu sehen. Was vermag ich nicht zu sagen. Sehr wohl aber, daß es keine weibische Spielerei ist, was sie zu sehen glaubt. Kein Schwelgen der Natur wie es kleine Mädchen tun, wenn die Soldaten in ihren prächtigen Rüstungen nach dem Krieg an ihnen vorbei ziehen. Anders eben.
Den Bastard und fürstlichen Bruder Graf Salas habe ich nach wie vor nicht zu Gesicht bekommen. Es mag mir langsam erscheinen der Mann drückt sich davor mir unter die Augen zu treten. Keine gute Sache. Ich kann das nicht ewig dulden. Und habe es nicht vor.
Auch sollte ich den Kämmerer befragen wie es sich nun um den Koch und den Alchemisten verhält, sowie was die Medica nun angeht. Alle drei schienen unentschlossen, jeder auf die eigene Art.
Darüber hinasu bleibt noch die Frau wieder zu kontaktieren, welche Augen und Ohren bot. Man kann nie zu viel wissen, auch wenn jede Information mit Vorsicht zu genießen ist. Traue keinem Gerücht, das du nicht selbst gestreut hast, so sollte es wohl heißen.
Und Sybell… Sie versucht sich hier einzufinden, beißt sich aber die Zähne an Politik aus. Die Valar haben sie mit einem klaren, scharfen Verstand gesegnet. Nur steht sie mir zu viele Jahre nach um zu begreifen, was nötig ist. Dabei hatte ich geglaubt, es wäre ihr klar. Oder sollte dies gar nur Laune sein? Womöglich eine längst überfällige Gnade an unser beider Namen und Blutlinien? Nein, daran wage ich nicht zu denken. Nicht jetzt. Es ist viel zu früh. Das Bett eines Fremden noch viel zu warm. So bleibt mir nur zuzusehen, wie sie versucht ein Heim neu einzurichten, in welchem wir beide Wärme finden, so fern von der Heimat die wir kennen.
Oh ja, den Teil mit der Fremde versteht Ellena vermutlich gut…
Unentschlossen? Pfah, Iyra ist nicht unentschlossen! Nie! Oder doch? Oder nicht? … 😉
Interessant jedenfalls, dass dieser Fürst irgendwie doch auch nach Wärme sucht. Hätte man ihm gar nicht zugetraut, so auf den ersten Blick. 😛
Aber Flämmchen… Wer tut das nicht? 🙂