Der Regen prasselt gegen die Fensterscheiben des leerstehenden Hauses in Bleimeth. Die Flammen des Kamins lecken an den Holzscheiten und werfen flackerndes Licht auf ein Schwert welches am Kamin lehnt. Zarroc sitzt vor dem Kamin und betrachtet die auf seinem Schoß eingeschlafene Cayjen.
Was für ein Tag!
Eine Heimat verloren und was noch viel schlimmer ist….einen Freund. Das sah ich deutlich an seinen Augen. Sein Blick schien gebrochen. Verdammt, wie kann man einen solchen Mann brechen? Indem man ihm von klein auf Flöhe ins Ohr setzt welche von „Ehre“ schwatzen. „Ehre“ wieder ein vom Menschen geschaffener Begriff der einzig und allein dafür gut ist das Denken eines freien Menschen zubeeinflussen und in eine bestimmte Richtung zulenken. Nur wegen der Ehre und ähnlichen konnte es heute soweit kommen. Oder trage ich doch Schuld….habe ich einen Fehler gemacht?
Der Abend konnte wunderbarer nicht beginnen. Als ich am Kartentisch im Wachhaus gerade versuchte Ordnung in Mittelerde zubringen, stand sie plötzlich im Raum. Cayjen. Ich dachte sie wäre gegangen, für immer. Doch dort stand sie, dreckig zwar aber gesund. Wir freuten uns beide über das Widersehen, doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Ich wollte Giselher um einen halben Tag Urlaub bitten. Dieser war gerade im Gespräch mit der Fürstin Sybell Winthallan und Cayjen stolperte ungefragt in den Raum. Ich wusste dass das Fürstenpaar sehr auf Umgangsformen achtet und bei Verstößen schnell harte Strafen ausspricht. Um Cayjen irgendwie davor zubewahren gab ich, nachdem eine Frage zu ihrer Person gestellt wurde, an sie sei meine Frau. Nur wiss Sie noch nichts davon. Ich hatte ein ungemein gutes Gefühl bei dem Gedanken daran. Im ersten Moment schien die Situation damit entschärft und ich faste den Entschluss diesen Schritt nun wirklich zugehen. Die ersten Bauchentscheidungen sind doch meißt die besten. Nachdem ich stotternd und unsicher Cayjen einen ….“Antrag“ …nennt man es wohl gemacht hatte, stimmte sie zu. Dies war dann wohl auch der glücklichste Zeitpunkt im meinem bisherigen Leben. Erst jetzt würde ich ein richtiges Leben haben. Doch dieser Moment war nicht von langer Dauer. Mittlerweile hatte auch der Fürst das Wachhaus betreten und verlangte mich und Cayjen zusehn. Ich sollte Ihm meine Frau vorstellen. Ich versuchte Ihm zuerklären das Sie zwar schon meine Frau sei wir nur noch nicht dieses Offizielle Zeuchs gemacht hatten. Plötzlich redete er davon ich hätte Ihn angelogen und verließ das Wachhaus mit dem Befehl wir sollten die Sache im haupthaus klären. Giselher, die Fürstin Cayjen und ich, der mehr als verwirrt war, gingen dann auch dort hin. Dort angekommen eskalierte die Situation dann vollkommen. Der Fürst sprach von Eidbruch durch Lüge und von Ehre. Giselher sollte die Strafe für meinen „Eidbruch“ tragen. Er hat wohl gesagt das meine Fehler die seinen sind. Verdammt…..welcher Eidbruch denn?????? Das konnte ich nicht akzeptieren, denn so wie ich das ganze Verstanden hatte sollte er dafür sterben.Voller Wut und Unverständnis warf ich dem Fürsten so einiges an den Kopf wovon das meiste sicherlich Respektlos war. Scheiße, ich verstand die ganze Situation nicht! Nach langen wütenden Worten meinerseits und gefasel über Ehre vom Fürsten stellte er eine Bedingung mit der ich Giselhers Leben retten könne. Ich sollte vor dem Fürsten niederknien und um das Leben meines Freundes bitten. Typisch, so sind jene die es genießen Macht über andere zuhaben. jene die sich selbst für etwas besseres halten. Giselher schien das ganze demütig über sich ergehen lassen zuwollen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Hatte ich sie denn je verstanden? Drei Möglichkeiten blieben mir nun. Die erste war nichts zutun und somit meines Erachtens nach mit ansehen zumüssen wie mein einzger Freund stirbt.Das war keine Option. Die zweite Möglichkeit wäre gewesen mich auf den Fürsten zustürzen und Ihn mit bloßen Händen zutöten oder beim Versuch selbst getötet zuwerden. Giselher hätte in seinem verquerten Denken sicherlich etwas dagegen unternommen und Cayjen und die Fürstin wären sicher auch nicht tatenlos geblieben. Dadurch wäre das Leben von Cayjen sicher auch noch in Gefahr geraten und ein Leben in ständiger Gefahr vor Verfolgern wollte ich keinem zumuten. Also war auch dies keine Option. Die dritte Möglichkeit war nun auf die Knie zufallen und um Giselhers leben zubitten, welche ich dann auch wählte. Anscheinend war dies nicht was Giselher wünschte oder wollte. Er schien gebrochen. Scheiße versteht der Kerl denn nicht das ein Leben mehr wert ist als dieser Begriff „Ehre“!? Nachdem mir dann der Fürst das Schwert von Giselher überreichte, was ich nun schon wieder nicht verstehe, wendete ich mich zum Gehen. „Komm mit Freund.“ Sagte ich in der Tür stehend zu Giselher. „Das ist mir nicht möglich.“ erwiderte er. Kacke nochma, warum denn das nicht? Er ist ein freier Mann! Doch wenn es sein Wille ist, so bescheuert dieser auch ist, so soll er Ihn haben. Zusammen mit Cayjen verließ ich dann das Haus welches über eine Lange Zeit soetwas wie eine Heimat für mich war. Meinen einzigen Freund ließ ich ebenfalls zurück. Wahrscheinlich habe ich so ziemlich alles in seinen Augen falsch gemacht und die Freundschaft existiert nun nicht mehr. Dennoch, wir werden uns widersehen. In diesem oder im nächsten Leben!
Cayjen und ich fassten den Entschluss diese nacht in einem verlassenen Haus in der Siedlung Bleimeth zuverbringen. Während ich meine Sachen aus dem Wachhaus geholt hatte entzündete sie ein Feuer. Was sollte die Zukunft nun bringen? Wir beschlossen uns eine neue Heimat zusuchen doch eine entgültige Entscheidung vertagten wir auf morgen. Etwas Geld habe ich gespart, doch wird es nicht ewig reichen. Ich brauche schnellstmöglich wieder Arbeit. Doch wo? Bei wem? Als erstes viel mir die Stadwache ein doch dort konnte ich nicht hin. Der Fürst hat schon sehr viel Einfluss in Bree und man wird mich sicherlich nicht nehmen. Etwas Schmieden kann ich wohl, dohch würd das reichen um uns beide zuversorgen? Ich lass mir was einfallen, denn für sie Sorgen werde ich. Ja, das werde ich.
So sitze ich nun hier in einem verlassenen Haus. Eine Heimat hatte ich verloren, einen Freund ebenso verloren und zurückgelassen. Eine Frau habe ich gewonnen welche gerade in meinem Schoß leise vor sich hinschnarcht. Ich bin der Meinung ich habe keinen Eid gebrochen und sollte mich das Haus und mein Freund brauchen werde ich dasein.
Es war ein Regentag
In dieser Nacht schloss Zarroc kein Auge, nachdenklich starrte er mit ausdruckslosem Blick in die Flammen. Nur manchmal bewegte er sich um Cayjen besser zuzudecken.
Das liest sich nach: Solan – geh GANZ SCHNELL bloggen. o.O *flitz*
🙂
„(…) Giselher hätte in seinem verquerten Denken sicherlich etwas dagegen unternommen (…)“ <--- ts! Aber leider hast du recht 😀
Cay schnarcht nicht! *Kinn vorschieb*
*g* Hach, Großer … *schnief*