Endlich angekommen

Laerien Ruhwardon
29. August 2009 • Kommentare: 1

Ein erleichtertes Lächeln legte sich auf die Lippen der Gondorin als sie die Tür des Hauses hinter sich schloss und ihr Blick durch den Raum der sich ihr darbot glitt

Wenngleich sie auch vom Hause ihres Vaters einen gewissen Standard gewohnt war, so wurde jener hier deutlich überboten. Neugierig ging sie in eines der angrenzenden Zimmer, auf den ersten Blick konnte sie jedoch nichts interessantes ausfindig machen. Also ging sie relativ zügig wieder hinaus, um noch das Zimmer auf der anderen Seite zu betrachten, ihre Augen weiteten sich freudig als sie das große Bett sah. Die letzten Wochen waren wirklich mehr als anstrengend für sie gewesen, die lange Reise von Gondor bis hier her in die Breelande hatte seine Spuren hinterlassen und es erschien ihr wie eine Ewigkeit dass sie in einem warmen, weichen Bett genächtigt hatte. Sie schlüpfte aus ihren Schuhen und ließ sie beim Türrahmen stehen, ihr Kopf wandte sich noch kurz nach hinten um, um sicher zu stellen das ihr keine der Wachen gefolgt war. Mit einem schelmischen Lächeln wandte sie ihren Blick wieder auf das Bett zu, ehe sie mit einem schnellen Satz nach vorne auf selbiges sprang und auf der weichen Matratze zu hüpfen begann. Begleitet von einem leisen Lachen hopste sie auf und ab, immer und immer wieder, zumindest bis ihr die Puste ausging und sie sich liegender weiße auf dem weichen Bett niederließ.

Laerien vermochte sich noch gut zu erinnern als ihr Vater auf sie zugekommen war und ihr erzählte was er denn für seine Jüngste geplant hatte. Zuerst hatte sie sich geweigert, wie ein trotziges Kind hatte sie die Arme verschränkt, ihre Lippen zu einem Schmollmund verzogen und energisch den Kopf geschüttelt. Es kostete ihren Vater sichtlich viel Nerven ehe er seine Tochter auch nur ansatzweise überredet hatte „Laerien, ich will doch nur dein Bestes, ich will dich einfach in Sicherheit wissen“ hatte er mit seiner ihr wohl bekannten, immer ruhigen Stimme zu ihr gesprochen. Natürlich wollte sie dies anfangs nicht so sehen, war sie doch erschrocken darüber das er sie weg schicken wollte, weg von zu Hause, noch dazu so weit weg. Ihr Vater musste noch einen ihrer Brüder hinzuholen um das Nesthäckchen der Familie, das im Moment eher einem störrischen Maulesel glich, nach einem sehr langen Gespräch davon zu überzeugen das es für sie alle am besten wäre.

An den Abend vor ihr Abreise konnte sich die junge Gondorin ebenfalls noch sehr gut erinnern, ihr Vater hatte sie in sein Arbeitszimmer zitiert. Als sie eintrat saß der alte Mann gebeugt über seinen Schreibtisch und seine Schreibfeder kratzte über ein Pergament als er darauf Wort für Wort niederschrieb. Sie nahm ihm gegenüber Platz und wartete ab, ihre Fingernägel tippten derweil ungeduldig wirkend auf dem harten Holz des Tisches. Es verstrichen wohl nur wenige Minuten, die ihr allerdings vor kamen wie eine Ewigkeit als ihr Vater seinen Kopf hob und sich endlich ihr zu wandte. „Es gibt noch etwas, worüber ich mit dir sprechen Laerien.“ ungewohnt ernst war sein Gesichtsausdruck, ebenso wie seine Stimme. „Ich weiß nicht wann und ob sich hier alles bessert. Ich wünschte ich könnte es dir sagen, doch das kann ich nicht, so sehr ich es mir selbst wünschen würde. Es fällt mir nicht leicht dich weg zu schicken doch würde ich es nicht tun wenn ich es nicht als nötig erachten würde und Fürst Cinlir Winthalan wird gut für dich sorgen. Womit wir beim nächsten Punkt wären.“ der alte Mann räusperte sich und atmete tief durch ehe er weiter sprach. „Der Fürst wird ab sofort auf unbestimmte Zeit für dich verantwortlich sein, das heißt für dich das du auf ihn zu hören hast, sowie du bisher auf mich gehört hast. Gleich was er sagt, sein Wort wiegt für dich ebenso wie bisher das meinige, hast du das verstanden?“ eindringlich sah ihr Vater sie an und seine Brauen zogen sich zusammen als er das Gesicht seiner Jüngsten angestrengt musterte. „Ich habe das bereits in einem Brief an ihn geschrieben, der Bote ist unterwegs und sollte wohl vor dir dort ankommen, so das alles auf deine Ankunft hin vorbereitet wird. Ich bin sicher man wird dich dort gut empfangen und es liegt an dir jene zu respektieren und zu achten welche dich in diesen Zeiten aufnehmen“ So ernst wie an jenem Abend hatte ihr Vater noch nie mit ihr gesprochen, natürlich sprach er noch eine ganze Menge an weiteren Belehrungen aus, sie versicherte ihm, das sie ihr Bestes geben würde.

Das alles lag nun Wochen zurück, Wochen einer anstrengenden Reise lagen hinter ihr in denen sie sich anfangs nicht vorstellen konnte wie froh sie sein würde endlich hier zu sein. Viel hatte sie erlebt auf ihrer Reise in das ungewisse, viel verloren,doch nun würde sich alles wieder zum Guten wenden. Sie war hier freudig und herzlich empfangen worden, wenngleich auch der Brief ihres Vaters nie angekommen war. Der Fürst war um einiges jünger als sie sich ihn vorgestellt hatte, ebenso seine Gattin. Trotz ihrer anfänglichen Zweifel war sie sich nun sicher das sie sich in diesem Hause wohl fühlen würde. Sie war immer noch fasziniert von dem ersten Eindruck den sie erlebt hatte, wenngleich dies wohl auch nur ein kleiner Teil des Ganzen war. Die Vielzahl der Wachen denen sie begegnet war, daheim hatten sie bei weitem weniger. Laerien fielen langsam die Augen zu, ihre Gedanken hingen gerade noch an der nahen Stadt welche sich Bree nannte, sie wollte sich in den nächsten Tagen dort einmal umsehen, doch noch bevor sie diese Gedanken weiter spinnen konnte überrannte sie der Schlaf.

  1. Cinlir Winthallan sagt:

    Ja… Dann träum mal süß, kleine Laerien… 🙂

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