Fragen über Fragen

Laerien Ruhwardon
11. September 2009 • Kommentare: 6

Kaum hatte sie die Tür hinter sich verschlossen, lehnte sie sich mit ihrem Rücken dagegen, fast so als wolle sie damit erreichen das heute keiner mehr hindurch gehen konnte Begleitet von einem tiefen durchatmen verschloss sie ihre Augen – Ruhe. Ruhe war genau das was sie jetzt brauchte, so absurd es auch klingen mag, wenn man bedenkt dass sie die letzten Tage mehr als genug davon hatte. Hausarrest hatte sie gehabt und niemand hatte sie besucht, wenngleich es auch der ein oder andere vorgehabt hatte, war niemand bei ihr gewesen. Es hatte sie enttäuscht und beleidigt zugleich doch dass was heute geschehen war, war noch schlimmer gewesen.

Ihre Augen schimmerten bereits feucht als sie sich an der Tür hinab zu Boden sinken ließ um den Kopf in ihre Arme zu legen und begleitet von einem leises Schluchzen ihren Tränen freien Lauf zu lassen. Hier in ihrem Haus konnte sie das, die ganze Zeit über hatte sie versucht so tapfer als möglich zu wirken doch natürlich ließen die Ereignisse nicht kalt. Seitdem sie hier angekommen war hatte sich einiges verändert für sie und auch wenn sie erst vor ein paar Tagen einen Fehler gemacht hatte so konnte niemand verleugnen, das sie versuchte sich anzupassen, das sie es wirklich versuchte. Es erschien ihr wie Ironie, dass wohl genau dies der Grund war weshalb Sir Dalthion sie in dem Gespräch so herunter gemacht hat und sie nur so mit Vorwürfen überschüttet hatte. Sie hätte nicht nach ihm verlangt, ihn nicht zu ihrer persönlichen Wache geordert. Es hatte doch nicht wirklich in ihrer Hand gelegen wer gerade vor ihrer Türe stand oder wer sie durch die Siedlung geleiten würde. In den Tagen ihres Arrestes hatte sie nicht ein einziges Mal die Tür geöffnet, sie hatte beschlossen ihre Strafe so gut wie möglich abzusitzen und genau das war ihr wohl auch gelungen und heute war ihr genau dies zum Vorwurf gemacht worden. Sie hatte sich nicht getraut in ihrer misslichen Lage noch irgendwelche Ansprüche zu stellen, zudem hatte sie eher erwartet das man einfach nach ihr sehen würde.

Laerien hob ihren Kopf wieder an und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen, versuchte sich so wohl wieder zu beruhigen, aber es gelang ihr nicht ganz. Die Enttäuschung war zu groß, Sir Dalthion war ihr auf ihrer Reise vertraut geworden und nun hatte er sie hier einfach zurückgelassen nur weil sein Stolz verletzt schien, weil er befand er hatte hier nicht genug zu tun. Ein Ritter wollte er sein, ein Ritter würde ihr gegenüber nie so einen Ton anschlagen und was wohl noch schlimmer war, danach nicht einmal dazu stehen und einfach vor den Konsequenzen zu fliehen. Sie konnte immer noch nicht fassen was geschehen war, er hatte ihr wirklich nur die Dinge vorgeworfen die im Zusammenhang mit den Veränderungen standen für jene sie nichts konnte. Dazu kam das er noch beteuerte er würde sie wie eine Schwester ansehen, wenn dem wirklich so wäre dann hätte er sich anders verhalten, die ganze Zeit über.

Sie war im Grunde froh gewesen als Herr Cardaan kam und als er versucht hatte den sichtlich gereizten Ritter zurecht zu weisen, wenn auch ohne Erfolg. Für einen kurzen Moment war sie dann noch zwischen die Fronten geraten, hätte sie wie verlangt Leute ihres Hauses, auch wenn sie noch nicht lange hier war, wegschicken sollen? Sie war wie betäubt da gestanden, konnte sich weder dafür noch dagegen aussprechen. War das vielleicht ein weiterer Fehler von ihr gewesen? War das auch ein Grund weshalb Sir Dalthion beschlossen hatte zurück nach Gondor zu gehen? Es waren so viele Fragen die sie beschäftigen, Fragen auf die sie keine Antwort wusste. Vielleicht hätte sie auch später, als sie mit Sybell gesprochen, hatte Sir Dalthion mehr in Schutz nehmen sollen, doch genau das hatte sie anfangs getan, sie hatte nie direkt gesagt das sie sich sehr wohl gestört gefühlt hatte. Aber als Sybell sie nach einem längeren Gespräch so direkt gefragt hatte, das es nur noch zwei Möglichkeiten gab, nämlich jene sich für den Ritter einzusetzen und zu lügen oder einfach die Wahrheit zu sagen, hatte sie nicht lange gezögert. Sie wollte und sie konnte nicht lügen und sie war sich fast sicher das dies die richtige Entscheidung gewesen war. Nein sie war sich sicher, es wäre einfach falsch gewesen ausgerechnet die Person zu belügen die ihr bisher am meisten vertraut geworden war.

Wie würde es hier nun weitergehen? Nun da sie gänzlich alleine war, die letzte, ihr länger bekannte Person die Lande verlassen hatte. Würde ihre Unsicherheit langsam schwinden und wie lange würde es wohl noch andauern bis sie sich nicht mehr wie eine Fremde fühlte,zudem eine im Moment sehr einsame Fremde?

  1. Cinlir Winthallan sagt:

    Ja… Sie werden so schnell erwachsen…

  2. Saladoc sagt:

    *g* wenn der Heridan nicht depressiv wäre, könnte sie sich gut mit dem die Zeit vertreiben. Alchemisten können immer lustige Dinge in die Luft jagen.

  3. Sveawyn sagt:

    dann mach den Heri mal wieder gesund 🙁 und he so ein wenig deprissiv ist sie ja auch, sie könnten ja zusammen ihr Leben betrauern

  4. Giselher Aldorn sagt:

    Meine Güte… wo war noch die Taschentuchpackung?

  5. Sveawyn sagt:

    ohh ganz vergessen sry *Taschentuchbox aufstell, so eine zum Tücher rausziehn*

  6. Elmion sagt:

    *zieht sich eins hinaus und schnütet rein* Aber zumindest war sie froh dass Elmion dazwischen gegangen ist 😀

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