Frauen…
Es war längst überfällig. Sybell und ihr Zustand werden es nicht mehr all zu lange zulassen sonderlich weit zu reisen. Also hieß ich Giselher sie in die Falathorn Siedlungen zu bringen. Zu einem kleinen Haus… Gut, leider kam sie in Begleitung. Aber das war nicht derart schlimm. Jedenfalls hat es ihr gefallen, so sagt sie. Klein, gemütlich – und vor allem weit weg und sehr abgeschieden. Mit etwas Glück findet man uns hier nicht, wenn wir wirklich Ruhe benötigen.
Und Ruhe benötigt sie viel. Als ich letzte Nacht, der Morgen graute schon fast, zurückkehrte, schlief sie wie ein Stein. Das alles muss sie anscheinend sehr erschöpfen, denn sie schlief bis weit in den Tag hinein. Länger als ich. So konnte ich ihr am Morgen nicht bis zum Abend einen guten Tag wünschen. Stattdessen ließ ich einen Pfirsich für sie da. Sie wird hoffentlich verstehen, was das heißt.
Die Nacht selbst war denkbar lang. Ich werde mit niemandem, Giselher und Sybell eingeschlossen, je über das reden können, was vorgefallen ist. Also sollte ich es zumindest aufschreiben. In Teilen, damit es nicht entdeckt werden kann.
Ich verbrachte die Nacht in Gesellschaft einer Frau, die, wie ich glaube, dringend einen Freund benötigte. Und vielleicht auch einen Mann. Was davon ich ihr sein konnte, weiß ich nicht. Vielleicht keines von beidem, auch wenn ich es versucht habe. Ich sehe die Freude aus ihr schwinden. Zwar hat man mich viel im Umgang mit Waffen gelehrt und damit, wie man ein Heer motiviert. Aber mit einzelnen Menschen? Was soll ausgerechnet ich für eine Frau tun können… Ich nahm ihr das Versprechen hab, sie solle sich melden, ehe sie aufbräche. Wenn sie dies denn tut. Ich hoffe aufrichtig, sie hält Wort, auch wenn ein Teil von mir dies doch sehr in Frage stellt.
Was also anfangen mit so einer Frau, wenn man sie in den Armen hält und nichts, aber auch wirklich gar nichts, für sie tun kann, außer dazustehen und zu behaupten, es würde alles besser werden?
Tja wohl eher keines von beiden 😉 Und sie hat ihr Wort gehalten. Ätsch!