Creature of Masquerade

Cinlir Winthallan
25. Februar 2010 • Kommentare: 2

Vor Jahren…

Liebe. Die Liebe war ein seltenes Gut, hier in Gondor – bei Hofe. Und sie war sehr zerbrechlich. Erfolg und Liebe unter einen Hut zu bringen war hier noch niemandem gelungen. Jedenfalls keiner Person, die Cinlir Winthallan kannte. Und das war irgendwie traurig, immerhin war er doch gerade erst frisch verheiratet und hatte die… Vorzüge seiner Frau für sich entdeckt. Ja, wenn er so darüber nachdachte, musste er sich wohl eingestehen, dass man auch in arrangierten Ehen die Liebe finden konnte. Über Jahre, Jahrzehnte sogar hätte er jeder Zeit das Gegenteil geschworen. Aber die Dinge lagen jetzt eben anders.

Nur… Wie diese Liebe schützen?

Sybell und er hatten Nächte damit verbracht darüber zu diskutieren, sich Gedanken zu machen und letztendlich doch nur zu wenig akzeptablen Ergebnissen zu kommen. Es stellte sich bald heraus, dass es keine gute Lösung für sie gab. Die einzige Frage war: Was wäre umsetzbar?

Ihrerseits war Sybell klug genug ihm nicht die Freiheiten zu nehmen, die Männer in seiner Position gegenüber anderen Frauen eben hatten. Sowas gehörte zum Stand wohl fast ebenso, wie der eigentliche Titel seines Namens. Jedenfalls war das Cinlirs gedanke. Und so dachte er stillschweigend, sie würde es selbst nicht anders halten. Es würde Jahre dauern, bis er die Wahrheit diesbezüglich herausfände. Seine Frau jedoch klagte nie, sah ihn nie auch nur falsch für das an, was er wohl dann und wann tat – oder auch nicht. Wissen konnte sie es wohl nur selten.

Der eigentliche Kernpunkt blieb jedoch ein anderer: Sybell und Cinlir hatten eine Entscheidung getroffen. Man würde sich, natürlich in absoluter höfischer Vollendung, hassen. Bis auf’s Blut verachten. Allen das vorspielen, was so oder so fast jeder hinter vorgehaltener Hand erwartete: Dass eine Ehe dieser Art nicht funktionierte. Dass man sich eben nur zu hassen lernen konnte, nicht zu lieben.

Und wieder würde es Jahre dauern, bis auch das vorbei war. Auch dazu brauchte es das Breeland.

„Meine teuerste Gattin,“ Cinlirs Worte waren unterkühlt und voller Gift, „wird tun, was man ihr sagt.“ Sein Blick stand seinen Worten in nichts nach. Vor ihm hatte sich seine Frau zu voller Größe aufgebaut – und war damit selbstverständlich immernoch kleiner als der nach allen Regeln der Kunst und Blutlinie gezogene Mann, den sie den ihren nannte.

Aus dem Augenwinkel war nicht schwer zu erkennen, wie umstehende Hofdamen, Laufburschen und eben andere Ehrenmänner ein weiteres Mal zu tuscheln begannen. Sybell selbst lächelte ebenso unterkühlt zurück. „Natürlich wird sie das, teuerster Gatte. Aber als mein Ehemann werdet ihr sicher die richtigen Entscheidungen treffen. Darauf darf ich doch noch hoffen, nicht wahr?“, gab sie ihm spitz zurück.

Es war ein Seiltanz. Einerseits mussten sie sich Kontra bieten, so gut es eben ging. Andererseits war es unbedingt nötig, die Position des jeweils anderen nicht zu weit zu untergraben. Eine Diplomatin, die sich nicht behaupten konnte, taugte nicht. Und ebenso wenig ein Herzog, der sich von seiner Frau regieren ließ. Er durfte nicht zu dumm wirken. Sie nicht zu eingeschüchtert von seiner Härte.

„Bisher habe ich euch noch nicht enttäuscht, nicht wahr?“ Sein übliches Schnauben unterstrich die Aversion in seinen Worten. Der Ausdruck in ihren Augen war einen Moment lang fast amüsiert. „Zumindest nicht darin, Gemahl.“

Gleichzeitig blutete beiden das Herz…

  1. Sethur sagt:

    Nett-sad-schön. 😉

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