Von Kindern und Wappen…

Elmion Valdoran
5. April 2010 • Kommentare: 1

„Halt! Warte!“, hallte ihm der Ruf über die Gasse hinweg nach.Es war immer wieder verwunderlich wie leicht sich sein Freund und Waffenbruder Nardor Mardaksson dazu hinreissen ließ, die Unterkünfte zu verlassen sobald ihr Magister Kinton , wenn auch nur für einen Nachmittag, die Lanze verließ. Sie waren mitlerweile schon 3 Jahre auf der Akademie der Kriegerkaste, vor den Toren Thals… und nur selten bot sich die Möglichkeit wie heute, sich aus der Ummauerung der Festung zu schleichen um die Stadt zu erkunden. Heute herrschte reges Treiben an den Toren der Stadt, daher würden die zwei dreizehnjährigen Burschen wohl kaum auffallen, zumal sie ein grobes Lederwams über ihre Wappenröcke gezogen hatten. Vor einigen Monden erst hatten Sie ihr Wappen verliehen bekommen. Ein stehender goldener Löwe auf schwarzem Grund war das Zeichen ihres Jahrgangs, es würde sie all die Jahre begleiten, und bei ihrem Tode würde ihr steinerner Sarg mit eben jenem Wappen verziert sein. Zur Aufnahme unter den Novizen der Kriegerkaste gehört es eben auch, sein altes Leben abzulegen, alle Burschen, egal ob reich oder arm, wurden gleich, um eines Tages als Ritter des Königs auf dem Schlachtfeld zu dienen, sie legten das Familienwappen ab um die Möglichkeit zu kriegen, eines Tages der Reiterschar des Königs anzugehören. Sie wurden als eine Lanze verschworen und würden alle am selben Ort ihre letzte Ruhe finden, ehe sie in die goldene Halle ihrer Vorväter einzögen.

„Verflucht Elmion, musst du immer so rennen?!“, keuchte er hinter ihm, während Elmion schon längst damit beschäftigt war, sich einen Weg durch die Menschenmasse zu drücken, die sich an der Marktstrasse zusammendrängte. Plötzlich schallte lauter Hörnerruf von den Zinnen rund um die Stadt wieder und Elmion sah, wie die Reiterschar sich langsam einen Weg durch die Strassen bahnte. An ihrer Spitze trohnte ihr König, auf seinem weissen Ross, hocherhobenen Hauptes, in seiner perlweissen und von Edelsteinen verzierten Rüstung… direkt dahinter, folgte eine weit kleinere Stute, auf der die Tochter des Königs, in einem ebenso weissen Kleid und verhüllt mit einem Kapuzenumhang ritt. Offensichtlich war dies der Tross, der zur Vermählung seiner Tochter in ein Fürstentum, südlich von Thal zog. Im totalen Gegensatz zu ihrem Vater, winkte die Prinzessin keinesfalls so geehrt, würdevoll und erfreut.. „Irgendwann… werde ich ein Ritter… und dann finde ich auch eine Prinzessin der ich dienen kann und die mich liebt!“, murmelte Elmion mit Stolz geschwellter Brust als sie vorbeiritt, war das ein Lächeln auf ihren Lippen gewesen das ihm galt? Zu schnell war sie bereits ausser Sicht. Dem Königtross folgten in Reih und Glied eine Abordnung von Rittern der Kriegerkaste, allesamt in ihre silbernen Plattenrüstungen gehüllt, samt Helmen mit heruntergeklapptem Visier.Unterscheiden konnte man sie wenn überhaupt nur an dem Wappen das auf ihrem Schild und ihrem Umhang prangte Sie boten einen wahrhaft ehrfürchtigen Anblick, doch plötzlich, blicke einer der Ritter die direkt vor ihm herritten zur Seite, der Blick durch das Visier fiel auf ihn, und das eine stahlblaue Auge darunter fixierte ihn. „Scheisse“, murmelte Nardor hinter ihm. Jetzt wusste er wo sein Magister diesen Nachmittag abgeblieben war… aber viel schlimmer, er wusste das 2 der Löwen aus dem 79. Jahrgang ihre Unterkunft mal wieder unerlaubt verlassen hatten.

Es war kein angenehmes Wiedersehen, als Kinton einige Tage später zurückkehrte. Am Abend, wenn der Rest der Akademie sich bereits zur Ruhe gebettet hatte, wurden die Löwen nur umso mehr geschunden, Runde um Runde hieß es, in Kettenhemd um die Burg der Kaste zu laufen, bis ihre Füsse voller Blasen und Schwielen waren und die langsameren unter ihnen, vor Erschöpfung zusammenbrachen. Es waren harte Wochen die folgten, doch wie so häufig, fanden sie hierdurch nur noch mehr zueinander. Schlussendlich war dies doch auch die Absicht dahinter, eine eingeschworene Gemeinschaft aus ihnen zu formen, die auf dem Schlachtfeld füreinander einstand. Doch lag dies noch in weiter Ferne, und niemand konnte sagen, ob nicht ein einschneidendes Ereigniss alles ändern würde….

  1. Cinlir Winthallan sagt:

    Mir geht jetzt langsam auf, was der Haken daran ist, Cinlir zu sein – wie zum Geier soll _der_ denn Ritter werden?!

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