von Schwertkampf und Ohrfeigen

Mon
30. November 2010 • Kommentare: 3

Adamsapfel… die linke Hand lag immer noch an ihrem Hals, als sie über die Worte des Medikus nachdachte. Sie hatte keinen Adamsapfel.

„Irgendwann wird es jemandem auffallen. Trag am besten einen Schal, dann fällt es nicht so auf.“

Dabei war sie eigentlich wegen etwas ganz anderem bei ihm gewesen. Ihre rechte Hand pochte noch leicht, aber der Schmerz war nicht mehr all zu stark zu spüren. Das Schreiben würde ihr in den nächsten Tagen noch schwer fallen, aber das war Nebensache…

Sie hatte es durchgezogen. Ihre erste Schwertkampfstunde. Als sie das mit Leder umwickelte Schwert in die Hand gedrückt bekam war es wieder da… Stolz, aber auch Angst… und Erinnerungen. Sie war nie so gut wie ihre Brüder gewesen. Sie war auch viel zu jung. Immerhin war sie das fünfte Kind in der Familie, was überlebt hatte. Das fünfte und letzte. Und das einzige Mädchen. Aber es war nie ihr Wunsch gewesen Mädchen zu sein. Lieber draußen mit ihren Brüdern im Dreck wälzen, bei der Zucht und Geburt von den Pferden helfen und mit ihnen zusammen auf dem Dachboden der Scheune schlafen, ganz nah an dem Schnauben der Tiere. Das wollte sie… und bekam es nicht. Denn so viel sie auch versuchte mit den Brüdern mitzukommen, sie war und blieb die letzte. Ob nun beim Aussuchen des ersten eigenen Pferdes, beim Mittagstisch oder zu Abend… ihre Brüder machten sich einen Spaß daraus erste zu sein…

Das Training für den Schwertkampf verbrachte sie ebenfalls sitzend. Es war ein Fluch die fünfte zu sein. Es war ein Fluch… warten zu müssen. „Warte, bis du groß bist.!…Warte bis deine Brüder dran waren!… Warte bis einer geschwächt ist, sonst fällst du ja sofort um!…“

Hier musste sie nicht warten. Hier waren nur sie und ihr Ausbilder – Cenedor Faeryllian.

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Die Worte, die er ihr entgegen brüllte taten mehr weh als die Ohrfeige, die er ihr vor wenigen Augenblicken noch gegeben hatte. Sie ließen sie sogar für einige Augenblicke den Schmerz in ihrer rechten Hand vergessen. „Hängst du an deinem Leben? Es sieht nicht so aus!“

Und dabei war sein Befehl nicht schwer zu verstehen gewesen. „Ich möchte, dass du ausweichst, wenn ich dich angreife. Nur ausweichen. Zeig mir, was du kannst.“ Er war schnell… sehr schnell und ohne Nachsicht. Das Schwert sauste durch die Luft und sie hörte den Schnitt, den es durch die Luft machte. Ihr einziger Gedanke war: Nicht getroffen werden. Egal wie… aber nicht getroffen werden. Die ersten paar Manöver waren einfach. Sie hatte ihn im Blick, wusste, was sie tat. Doch dann traf das Schwert ihr Handgelenk. Sie ließ ihr Schwert fallen… ein Vergehen, welches ihr in einem richtigen Kampf das Leben kosten könnte. Ein Blick zu ihm hoch verriet, dass auch er es als Fehler sah. Sein Zorn und das Ausholen zu einem neuen Schlag, der Schmerz in ihrer Hand und das dumpfe Gefühl von Übelkeit lies sie vergessen, was wichtig war. Sie nahm das Schwert mit der anderen Hand vom Boden auf und flüchtete unter seinem Schlag hinweg… und übersah den Stein. Noch während sie ich zu ihm umdrehte um erneut auszuweichen spürte sie, dass sie fiel. Der kleine Felsen hinter ihr hatte sie zum stolpern gebracht. In winzig kleinen Momenten sah sie sich schon am Boden liegen… doch eine Hand packte sie und hinderte sie am Fallen… Faeryllian.

Sie musste einen Brief schreiben. Sie wollte weiter von ihm trainiert werden. Sie wollte ihm zeigen, dass sie es wirklich konnte. Er hatte ihr etwas wesentliches gesagt, was sie trainieren musste. „Du bist flink… dünn… und leicht. Du kämpfst nicht mit Kraft. Deine Stärke wird das Ausweichen sein.“

  1. Cinlir Winthallan sagt:

    Aha! Faeryllian kann sogar Qualitäten erkennen!

  2. Ardeyn sagt:

    Natürlich kann er! Der Mann war verdammter Korporal deiner Armee! *g*

    Und yay, Mon-Blog 😀

  3. Gwaethil Eglainion sagt:

    Und irgendwie kann man Mon nur mögen.

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