Burning Water

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1. Dezember 2010 • Kommentare: 2

Ob der Elb, Aear, wie man ihn vorgestellt hatte, nun innerhalb seines Volkes Rang und Namen hatte war für den Fürsten zu keinem Zeitpunkt des Gesprächs ersichtlich gewesen. Zwar hatte der Gast freiwillig und ohne große Umschweife erzählt, was ihn hierher geführt hatte, jedoch hatte er es auch bewusst dabei gelassen. Den Eindruck mochte man leicht gewinnen.

Wie auch Gwaethil und Annamel sprach auch Aear fließend Westron, soweit Cinlir das beurteilen konnte. Und soweit Aear es beurteilen konnte verstand der Mensch zumindest manchmal das, was man ihm sagen wollte. Aber so viel zu sagen hatte es nicht gegeben. Er hatte seinen Namen genannt. Das war wichtig. Auch wenn er sich recht sicher war der Mensch hatte dessen Schwere gar nicht erkannt. Und auch der Zweck seiner Anwesenheit war geklärt worden.

Hier im Breeland, so sagte man in seiner Heimat, gab es solche seines Volkes, die einen Umstand nahelegten der Aear so gar nicht gefallen mochte. Wahnsinn, das war einer der wenigen möglichen Rückschlüsse. Viel hatte man darüber geredet. Viele Theorien hatte er gehört. Aber nichts davon geglaubt. Er hatte es selbst sehen wollen und war losgereist.

Einmal angekommen, so berichtete er weiter, waren sein erster Kontakt Gwaethil und Annamel gewesen. Der Elb hatte sich wenig Mühe gemacht zu verschleiern, dass er ursprünglich befürchtet hatte auch sie gehörten zu eben jener Art Elb, die Aear selbst nur noch als „Elrim argalad“, die Elben ohne Licht, bezeichnete.

Ohne Licht. Cinlir selbst hätte sein Gegenüber wohl auch so genannt. Zwar war der Mann wohl nicht wahnsinnig. Aber das Erscheinungsbild an sich war schlicht gänzlich anders als das, was er erwartet hatte. Die Rüstung war in dunklem Blau gehalten. Die Augen nahmen eben jenes Blau wieder auf. Und das Haar schwarz wie Rabenfedern. Zwar hatte auch Annamel ebenso schwarzes Haar, doch war ihre Gestalt stets… heller. So glaubte er jedenfalls. Vielleicht lag es an ihren Worten. Ihrem Interesse. All dem, was sie über die Valar, die Welt zu sagen hatte. Der neue Gast jedoch hatte nichts zu sagen, kein Wissen zu teilen. Und war so ein sehr dunkles Wasser für den Fürsten und sein Haus.

Ungeachtet seiner eigenen Skepsis gegenüber Aear hatte Gwaethil gebeten ihn als Gast aufzunehmen. Und so sehr er sich bemüht hatte, er hatte in dem Gespräch keinen ausreichenden Grund gefunden seinem Berater diesen Wunsch auszuschlagen. Also hatte er ihn willkommen geheißen und darauf verwiesen, dass er hier jederzeit gern gesehen sein würde. Irritierend war es dennoch. Ein Elb, der um die halbe Welt reiste, nur weil er den Worten seines eigenen Volkes keinen Glauben schenken wollte. Er wusste nicht, ob er ihn dafür als Verräter an den Elben sehen sollte, oder für einen Mann halten, der Hoffnung entgegen aller Hoffnung hegte.

Die Zeit würde es zeigen. Gwaethil und Annamel. Sie würden es ebenfalls zeigen.

  1. Gwaethil Eglainion sagt:

    Das werden sie. Wir gehen mit ihm mal in den Pony-Zoo und gucken Bree-Elben an.

  2. Heridan sagt:

    *hängt „Bitte nicht füttern“ und „Vorsicht bissig!“ Schilder auf*

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