Vor Jahren… Vielen Jahren…
„Chandro!“ Atherton strahlte seinen großen Bruder voller Stolz an.
„A-le-jan-dro.“, korrigierte sein älterer Bruder, halb lächelnd, halb in seinem gerade aufblühenden männlichen Stolz gekränkt. Er streckte die Hand vor und zerwühlte dem Bengel die Haare. „Naja. Ein paar Monate noch, dann hast du raus, wie man das ausspricht.“
Vergnügt glucksend ließ sich Atherton von dem großen Kissen rutschen, das derzeit als sein Sessel fungiert hatte. Er tappste auf seinen Bruder zu und nahm die Hand, die ihm dieser anbot. „Hast du schon gehört? Jane macht heute die Bratäpfel. Sie hat sogar Zimt aufgetrieben.“
Das großäugig staunende Gesicht des jüngeren Bruders zwang Alejandro zu lächeln. „Nun sieh mich nicht so an. Natürlich bekommst du einen ab.“
„Jaaaa!“
Stunden später war Atherton satt und zufrieden auf seinem Kissen nahe dem Kamin eingeschlafen. Alejandro war die ganze Zeit neben ihm gesessen und hatte auf der Laute gespielt und nur selten abgesetzt. Das auch nur, weil ihm sein Bruder in den Ohren klang er möge doch endlich noch eine seiner Geschichten erzählen. Nur zu gern hatte er dem nachgegeben.
In dieser Nacht schickte man den Jungen nicht zurück zu seiner Mutter. Draußen war es zu kalt und das Herdfeuer brannte einladend. Sein Vater jedoch ließ sich nicht blicken. Und die Mutter seines Bruders ebenso wenig. Nur Alejandro selbst blieb an der Seite des kleinen Jungen. Er war es auch, der ihm eine Decke brachte als das Feuer langsam erlosch. Er war es, der die ganze Nacht wach blieb. Es war die einzige Nacht, die wirklich ihnen gehörte.
„Chandro?“
„Ja?“
„Machen wir morgen wieder Bratäpfel?“
„Nächstes Jahr, Atherton… Nächstes Jahr, ganz bestimmt.“
Es weihnachtet ja sehr. Also das ist ja schon ziemlich niedlich, zugegeben.
Ich finde es ja fast traurig.
Och wie goldig
Ich muss Gisi zustimmen.. irgendwie traurig..
Ich geb’s ja schon zu – ganz ohne Drama komm ich einfach nicht aus! *fuchtel*
Ich finds auch traurig…aber auch süß 🙂