“I do not love the bright sword for it’s sharpness, nor the arrow for it’s swiftness, nor the warrior for his glory. I love only that which they defend” – J.R.R. Tolkien
Meine liebe Schwester, Damares,
dieser Brief wird Dich nie erreichen und doch muss ich ihn irgendwie schreiben. Ich hoffe, Du hast Deinen Frieden in den Hallen unserer Vorväter gefunden, so wie ich jetzt und hier einen Frieden erlebe, der mir vorher so nicht bekannt war. Hinter mir schlafen gerade Giselher und unser Sohn, dem wir den Namen Gernoth-Lucan gegeben haben. Vorgestern hat er nun das Licht der Welt erblickt und es ist mir als wäre die Welt vorher nur in einem Halbdunkel gewesen und erst jetzt würde die Sonne wirklich für mich scheinen. Es tut mir sehr leid, dass Du nie das Glück verspüren konntest, was ich nun verspüre. Vielleicht, in einem nächsten Leben.
Wir haben ihm den Namen gegeben, da durch ihn eine neue Linie begründet sein wird. Die Verbindung von Bauern und Klingen. Irgendwie klingt das komisch und doch passend. Die einen sorgen für die Nahrung der Menschen, die anderen schützen sie. Das eine wäre sinnlos durch das andere. Darüber hinaus wird er so viele Erinnerungen anderer mit sich tragen, wenn wir nach Gondor gehen. Die Erinnerung an die Herkunft seines Vaters, die Erinnerung an die vielen Jahre, die sich das Haus, für das wir jetzt dienen, im Breeland aufgehalten hat ebenso die Erinnerung an all die Klingen, die im Breeland gedient haben. Auch ich wurde hier erst zu einer wahren Klinge. Und die Erinnerung an Lucan, unseren Vater, den Vater aller Klingen. Es ist mein größter Wunsch, dass er sich bewusst ist, was von ihm abhängt, sobald er in der Lage ist, dies zu reflektieren. Ich, nein wir, werden ihn stets so erziehen. Ebenso wird der Einfluss seines Eidherren wie auch seiner Brüder und Schwestern auf ihn einwirken. Deshalb haben Giselher und ich den Fürsten und Drakon zu seinen Paten gemacht. Der erste Eidherr und der Bruder. Ich würde mir wünschen, Deine Meinung dazu zu erfahren wie auch die Meinung von Lucan, doch dieser Wunsch wird auf immer unerfüllt bleiben. So muss ich also so handeln, wie ich denke, dass Ihr es gewünscht hättet und wie ich es mir wünsche. Im besten Wissen und Gewissen.
So genug der hochtrabenden Worte. Ich muss nämlich gerade ein wenig Schmunzeln, weil Giselher schläft, als wäre er ein aufgebahrter Toter. Er dreht sich nicht, aus Angst Gernoth-Lucan zu zerdrücken. Der widerrum würde schon rechtzeitig seine Meinung kundtun, lautstark. Schon jetzt ist ihm der Zorn. Eines Tages wird er verstehen, wenn ihm die vielen Geschichten erzählt werden, von seinen Brüder und Schwester, welche großes leisteten und von uns gingen, von jenen die blieben. Eines Tages wird er selber sagen „Blut für Blut und uns ist der Zorn“.
In diesem Sinne, liebste Schwester,
In Liebe, Bryanne
Uns ist der Zorn ist also klingisch für: Der plärrt halt. 😀 Großartig!
Awww 🙂
Hach ja *zurücklehn*