Durch das Fenster fielen die ersten Sonnenstrahlen des Morgens. Atherton Salas lag schon eine Weile wach, lange bevor es die ersten Strahlen bis ins Zimmer geschafft hatten. In diesem Bett hatte vor Jahren sein Bruder gelegen. Nicht immer allein. Und nun lag er hier, sehr wohl allein mit sich und seinen Gedanken.
Er hatte Fianah ein Geschenk gebracht. Eine Halskette, die er gefertigt hatte noch während er die Arbeit für Brenneghan und seine Männer anfertigte. Die Halsverzierungen waren der Stolz seines Bruders gewesen. Aber angefertigt hatte sie Atherton. Diese Erdbeere wiederum war Athertons stolz: Sie war innen hohl, so dass man sie befüllen konnte. Dennoch war sie schön gearbeitet und so oder so eine Zier für den Hals, den sie schmückte. Fianah würde sie mögen, das hatte er gehofft. Fianah mochte sie, das hatte sich bestätigt.
Sie hatte ihm erzählt von dem Plan, den Bryanne und sie gefasst hatten. Tatsächlich war er überrascht davon, dass die beiden sich zusammen solche Gedanken gemacht hatten. Wenn der Elb tatsächlich erfolgreich war, dann konnte all das hier ein friedliches Ende finden, ohne dass auch nur ein Tropfen Blut vergossen würde. Sogar Fianahs ewige Probleme mit Winthallan könnten dann endlich vom Tisch sein. Sie würde ihn begleiten. Er würde ihr eine neue Heimat geben. Etwas, das ihr auch gefallen würde.
Sie würde ihm folgen… Weil er sie gebeten hatte ihn zum Mann zu nehmen. Ironie des Schicksals, dass er wenige Tage später Ellena in Bree traf. Ellena, die Frau, die auch jetzt unglücklich wirkte, wie eh und je. Wenn er sie ansah konnte er nicht anders als sich die Schuld daran geben. Er hatte nicht genug getan. Seine Übungsstunden hatten ihr letztendlich nicht geholfen. Genaugenommen hatte er ihr sehr wenig mit überhaupt irgendetwas geholfen. Und Alejandros Erbe? Das würde ihr noch viel weniger helfen. Sie würde ihm nicht zürnen. Aber sie würde für ihn Lächeln, dieses nachsichtige, höfliche Lächeln, das er nicht ausstehen konnte, weil es für ihn nur von Schmerz und Zerrissenheit erzählte. Von der verletzlichen Frau, die er ebenso wenig hatte schützen können wie seinen Bruder.
Fianah hatte eingewilligt. Obwohl die Liebe, die er ihr entgegenbrachte längst nicht so heiß brannte wie das, was sie selbst empfand. Sie hatte ihre Bedingung gestellt. Und er würde sich nach Kräften daran halten. Versuchen ihr ein guter Mann zu sein. Und er hatte nicht gelogen als er sagte, sie habe die Gabe, dass man ihr immer gewogener wäre. Mit genug Zeit würde sich ihre Hitze ein wenig abkühlen und die seine dafür entfachen, bis sie sich auf der gleichen Ebene trafen und beide das Glück fanden, nach dem sie suchten.
Blieb noch Izhkarioth. Der Mann, der ihm so vehement davon abgeraten hatte zu Fianah zu gehen und diese eine wichtige Frage zu stellen. Atherton hatte ihn nicht überzeugen können, nicht überreden. Und wieder war es Fianah, die ihn auf eine Idee gebracht hatte. Ser Aldorn hatte er gesagt, jeder Mann hatte seinen Preis. Gut möglich, dass Fianah, wenn auch zufällig, den des Kämmerers gefunden hatte.
Nur war diese Hochzeit noch Zukunftsmusik. Noch mehr durch diesen Plan. Man würde abwarten müssen, wie er verlief. Atherton hob den Kopf und sah an sich herab, verdrehte die Augen und ließ sich wieder in die Kissen fallen. Verdammt. Er hätte bei ihr bleiben sollen, hätte nehmen sollen was andere sich so verdammt leicht genommen hatten. Für seinen Geschmack mehr als einmal zu oft. Nein, in diese Fußstapfen würde er nicht treten wollen.
Hachja…zur Abwechslung mal glücklich werden. Das wär doch mal was 😀
Tschakka!
Nur Ellena lächelt wieder unglücklich *händreib*
Aber Ellena schlägt doch jetzt zurück!