Ihr erlegen …

Akirah Taramer, Uncategorized
16. Dezember 2011 • Kommentare: 3

Es war einige Tage gut gegangen, er hatte sie gesehen und widerstanden, bis zu dieser Nacht …

Langsam glitten seine Finger über den weichen Untergrund, seine Daumen nahmen die leichte Senke zwischen den beiden Erhebgungen deutlich wahr, glitten hindurch. Einzig um sich zu heben und erneut heran zu streifen, diesmal, eben diese Erhebungen berührend, die darunter mit einem leichten Zittern erbebten. Der Blick des Gardisten auf ihre Augen gerichtet, eine Hand langsam den schlanken Hals entlang gleiten lassend, unter die lange, fast wilde Mähne. Mit den Fingern in diese packend, ihr etwas ins Ohr flüsternd.

Er wusste, dass es verboten war, doch er hatte nicht länger wiederstehen können, es brannte und sie war die einzige, die ihm jetzt geben konnte, was erbrauchte. Erneut griffen seine Finger fester in die Haare die sie umwunden, ein letzter Blick ehe er es tun würde, …

… dann zog er sich auf ihren Rücken und gab der alten Dame zu verstehen, dass sie laufen sollte. Der leichte Zug an seiner Seite, den ignorierte er, er musste einfach weg. Nicht für immer, er würde niemals vor seinem Eid davon laufen, aber für wenige Tage und Nächte, er brauchte Abstand und Ruhe.  Sonst wusste er nicht mehr, wie er auf all das reagieren sollte.

Zuviel war passiert, zuviel was ihm auf seine Weise fremd und neu war. Oh wie sehr riss er sich zusammen, wenn er den jungen Erbgrafen sah, wie gerne hätte er erneut zugeschlagen. Dieses eine Mal im Haus des Prinzen, es war noch gezügelt, noch gebremst, auch wenn er sich sicher war, dass es dem Mann nicht einmal auffiel, dass er sich zurück gehalten hatte.

Wie sonst sollte die scheinbar nicht gebrochene Nase bei einem frontalen Faustschlag zu erklären sein. Aber er hatte sich an den beiden vergriffen, die in den letzten Tagen für den mürrischen Gardisten mehr und mehr das geworden waren, was man Familie nannte.
Die alte Dame hoch gen Norden lenkend, schweiften seine Gedanken ab. Familie … seine Mutter war vor drei Jahren am Winterfieber gestorben, sein Vater? Nun, er musste sich noch mehr oder minder an Gesundheit erfreuen, immerhin hatte noch niemand dem Kavaleristen mitgeteilt, dass er daran gedacht hatte von dieser Welt zu verschwinden.
Er hätte es tun können, es wäre Akira egal. Denn sein alter Herr hatte bereits vor etwas mehr als fünf Jahren beschlossen, nicht mehr mit ihm zu reden und seinen Sohn als nicht existent zu behandeln. Sicher, er hatte das nie öffentlich getan, die Schande wollte er dem Haus nicht antun, aber innerhalb der Familie herrschte Totenstille.
Der alte Mann hatte nicht verstanden, warum sein Sohn noch nicht befördert worden war und als er nachfragte, nun mit der Antwort war er nicht zurecht gekommen. Weniger noch mit der, die eben dieser Sohn ihm in dem anschliessenden Gespräch entgegen warf. Der Vater hatte sich abgewendet und war gegangen, seit dem hatte er nichts mehr von diesem gehört und sich auch nicht wieder bei ihm gemeldet.

Dabei hatte er ihm nur einen Satz gesagt… „Ihr habt mich gelehrt, dass wo Worte nicht reichen Wut und Schmerz sprechen müssen um Klarheit zu schaffen.“

Der Gardist sah vor sich, er ritt langsam und durch die Nacht in den Morgen hinein. Er würde sich an den Prinzen wenden, er musste, aber zuerst musste er Abstand finden.  Vielleicht würde Flusswieser ja auch umsetzen, was er beim letzten Verbandswechsel sagte. Es wären sicherlich nur wenige Tage, aber es wären sichere Tage. Ganz gleich wie er es anstellte, er musste es tun. Sonst würde er erneut seinem größten Feind erliegen …. seinem Temperament.

  1. Fintol sagt:

    Armer Aki. Der Mann hat es nicht einfach 🙂

  2. Giselher sagt:

    Wenn ich je wieder einlogge, muss Giselher dann doch mal den Guten befragen. ich vermute inzwischen hat Giselher einige Berichte gelesen, die hier und da einer Erklärung bedürfen.

  3. Fianah sagt:

    Was soll das denn heißen…“…je wieder einlogge“? :/

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